Der Gedenkstein von Norgaardholz

 

Im Herbst 1997 wurde ein Antrag von der SPD-Fraktion des Kreises Schleswig-Holstein gestellt, dass in Norgaardholz am Fritz-Lietzow-Weg eine Gedenktafel aufgestellt werden soll, um der drei toten Matrosen zu gedenken, die auf dem Schnellbootbegleitschiff "Buéa" vor der Küste erschossen wurden.

 

Der Antrag fand große Zustimmung, denn anlässlich des 50. Jahrestages des Kriegsendes und der Beendigung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Schleswig-Holstein berichtete das Flensburger Tageblatt über den Tod von Alfred Gail und seinen Kameraden.

In der "Alten Schule" in Norgaardholz wurde durch das Kirchenspielarchiv Steinberg zur selben Zeit eine Ausstellung über das Kriegsende in der Geltinger Bucht eröffnet.

 

Am 9. Juli 1999 wurde der Gedenkstein dann am Strand von Norgaardholz aufgestellt. Seine Gestaltung wurde vom Steinmetzmeister Rainer Odefey aus Sterup übernommen und die örtliche Jugendgruppe der DLRG und die Gemeinde Steinberg erklärten sich bereit, für dessen Pflege zu sorgen. Auf dem Gedenkstein ist eine Inschrift, die auch einen Auszug aus dem Abschiedsbrief von Alfred Gail an seine Eltern enthält und kurz den Vorfall erklärt:

 

 

"Wir werden wohl die letzten Opfer dieses Krieges sein,

und auch umsonst, wie so viele Gefallene.*

 

Matrose Fritz Wehrmann, 26 Jahre

Obergefreiter Martin Schilling, 22 Jahre

Marinefunker Alfred Gail, 20 Jahre

 

Zwei Tage nach der Kapitulation

am 10. Mai 1945 von Ns-Marinekriegsrichtern

wegen "schwerer Fahnenflucht" zum Tode verurteilt

und an Bord des Begleitschiffes "Buéa"

vor Norgaardholz erschossen.

 

Aber glaubt mir, ich bin kein Verbrecher, wenn man mir

auch jetzt die Ehre genommen hat. Ich habe es lediglich

getan, nachdem der Krieg ja aus war,

und um Euch dann beschützen zu können.*

 

*Aus dem Abschiedsbrief von Alfred Gail an seine Eltern"


 

Den vollständigen Abschiedsbrief haben wir unter anderem auch als Film und Text auf unserer Seite.